The Summit of Colonialism? Der Gipfel des Kolonialismus?

by Annika Basten, Dshamilja Roshani, Emmanuel Dahan, Vanessa Lee, Yasmine Bakr
We decided to use the G20 Summit as a focal point as it reflects current political, economic and social processes. We found that public discourse about the G20 often failed to provide firstly general information about the summit itself and secondly explanations for the motivations behind the protests, including its whole diversity and controversies. Therefore, we wanted to make this knowledge accessible by summarizing basic information about the G20 before proceeding with our own criticism about the G20 summit. We hope to create alternative narratives – not only by opposing the labelling of G20 protests as useless, destructive and purely violent actions, but also by presenting a different view on the “partnership with Africa” and all its related topics.

(Deutscher) Kolonialismus in einem Berliner Geschichtsbuch

von Miriam Bräu und Lea Leutiger | Was ist Teil der offiziellen deutschen Geschichte? Und wie wird diese vermittelt? Was wird ausgelassen und welche Perspektiven werden ignoriert? Welche Folgen kann die Geschichtsschreibung auf die Gegenwart haben?
Aus unserer Schulzeit in Deutschland erinneren wir – die zwei Autorinnen – uns daran, dass (deutscher) Kolonialismus kaum thematisiert wurde. Daher wollen wir analysieren, in welchem Umfang und auf welche Art und Weise dieser heutzutage in der Schule behandelt wird. Dafür haben wir uns ein Berliner Geschichtsbuch für die 10. Klasse herausgesucht, das wir auf bildliche Darstellung, Inhalt und Begrifflichkeiten in Bezug auf (deutschen) Kolonialismus untersuchen.
Die Analyse reiht sich in rassismuskritische Analysen europäischer Wissensproduktion ein und zeigt, wie deutsche Kolonialgeschichte im kollektiven Gedächtnis verzerrt wird und koloniale Ideen reproduziert werden.

Sprache und Identität für Chinua Achebe, Amin Maalouf, Ngugi Wa Thiong’O und Mahmoud Darwish

von Iman Kanaan | Die geschichtlichen und jetzigen Erfahrungen und Wahrnehmungen des Kolonialismus erfordern die dringende Thematisierung und Problematisierung von Sprachen. Dieses Thema ist zu einem Erkennungsmerkmal vieler postkolonialer Werke des 20. Und 21. Jahrhunderts geworden. Ich werde mich in meiner Referatsausarbeitung auf das Problem, in welcher Sprache Schriftsteller_innen schreiben, sowie auf Sprache als Gesamtheit sozialer und kultureller Identität beziehen. Im ersten Teil meines Beitrages werde ich die Meinungen und Argumente von Chinua Achebe und Amin Maalouf präsentieren, die der Meinung vertreten, dass Autoren_innen aus postkolonialen Staaten in den Sprachen ihrer ehemaligen Kolonialherren schreiben können. Dabei wird sich bereits die Gegenposition von Ngugi wa Thiong’O und Mahmoud Darwish stellen, die ich im zweiten Teil vorstellen werde.

Selbstreflexion als Art des Lernens und des Verarbeitens des Gelernten oder: Was das Seminar mit mir gemacht hat

Die vorliegende Arbeit ist eine Selbstreflexion meiner eigenen Position und meines Verhaltens im Seminar „Einführung in Postkoloniale Theorie und Kritik“. Gemeinsam mit meinen beiden Partnerinnen für die Gruppenarbeit im Seminar, habe ich einen Selbstreflexionsfragebogen für die Seminarteilnehmer*innen entworfen und diesen in einer der Sitzungen ausgegeben. Wir haben uns lange darüber Gedanken gemacht, was unsere gemeinsame Gruppenleistung sein könnte und sind vom inhaltlichen Teil des Seminars recht schnell abgerückt. Unser Interesse hat die Methodik hinter dem Seminar geweckt und wie die Teilnehmer*innen mit dieser umgehen bzw. umgegangen sind und aus welchen Gründen. Mit Überlegungen zu Spivaks Text „Can the subaltern speak“ haben wir uns als Gruppe gefragt, wieso sich im Seminar immer nur sehr wenige Menschen beteiligen und bis auf wenige Ausnahmen, aus unseren Augen häufig die selben Menschen. Wir fragten uns inwieweit auch in unserer privilegierten Position als Studierende an einer renommierten deutschen Universität noch Machtassymetrien bestehen und wie sich diese auf unser Verhalten auswirken. Die Hintergründe zu unseren Überlegungen und wie sich mein Denken durch das Seminar verändert hat, möchte ich in dieser Arbeit offenlegen.

Leben und Tod des Patrice Lumumba – Wahrnehmung und Rezeption seines antikolonialen Kampfes

von Venceslas Jean-Marie Ayikpe und Oliver Marquart | Diese Arbeit kritisiert, dass in den ‘westlich’ dominierten Wissenschaften die Person Patrice Lumumba, seine Rolle für die Dekolonialisierung der heutigen Demokratischen Republik Kongo und seine Ermordung wenig Beachtung findet. Die zwei Autoren beschreiben den antikolonialen Widerstand gegen die belgische Kolonialmacht mit einem Fokus auf Patrice Lumumba. Daraufhin analysieren den antikolonialen Kampf Lumumbas anhand der Perspektiven von Jean-Baptiste Ndeke, Aimé Césaire und Frantz Fanon.

Berxwedan Jîyane – ein Reisebericht aus Kurdistan

von Willi Effenberger | Willi reiste im Frühjahr 2016, gemeinsam mit anderen Journalist_innen, nach Nordkurdistan/Bakur auf türkischem Territorium und im Mai 2016 über Bakur nach Südkurdistan/Bakûr auf irakischem Territorium. Daraus ist eine Film-Dokumentation enstanden. Außerdem liefert Willi in diesem Reisebreicht einen kleinen Einblick in die bereisten Gebiete, die aktuellen Konflikte und Beobachtungen zum Gesellschaftsentwurf des ‘Demokratischen Konföderalismus’.

Animation: “Never Hide”

von Zoë Rachel Schütte | Wissenschaftliches Arbeiten ist nicht objektiv. Als Produzentin von Wissen fließt meine Sozialisierung in das Produkt mit ein. Sich dessen bewusst zu sein und aktiv darauf hinzuweisen, ermöglicht die Hinterfragung postkolonialer Machtstrukturen. Das Projekt „Never Hide“ thematisiert in Form einer Animation den Konflikt zwischen Möglichkeiten und Grenzen bei dem Versuch der Vermeidung von Reproduktion jeglicher Machtverhältnisse. Angefangen bei einem Ungleichgewicht in der Wahrnehmung der Wissensproduktion, die der westlich-akademischen Literatur einen höheren Wert zuzusprechen scheint, versteht sich die Auswahl der Form und Umsetzung des Projektes bereits als kritischer Gegenentwurf. Die Projektbeschreibung befasst sich mit dem Entstehungszusammenhang und -prozess, Verbindungen zu theoretischen Überlegungen postkolonialer Diskursanalyse von Gayatri Chakravarty Spivak sowie einer Interpretation der Animation und ihrer Aussagekraft.